Frische Farbe im Bürgerhaus Vegesack: 20 Berufsschülern und Schülern des Schulzentrums an der Alwin-Lonke-Straße in Grambke ist es zu verdanken, dass die Besucher der Cafeteria künftig auf farbenfrohen Sitzgelegenheiten Platz nehmen können. Die Jugendlichen haben in einer Projektwoche den Pinsel geschwungen und die alten Stühle des Stadtteilzentrums aufgemöbelt.

Berufsschullehrerin Norma Metag hatte die Idee für das Kooperationsprojekt. „Ich habe seit Jahrzehnten diese alten Cafeteria-Stühle im Bürgerhaus gesehen und fand die immer schrecklich hässlich“, erklärt sie. Und da passte es perfekt, dass Norma Metag seit drei Jahren „Upcycling“, also Wiederverwertung von alten Dingen zu neuen, als Wahlpflichtfach an der Grambker Schule leitet. Um kreatives Upcycling ging es unter ihrer Leitung nun auch in der Projektwoche der Schüler.

20 Berufsschüler und Schüler der Vollzeitbildungsgänge des Schulzentrums Alwin-Lonke-Straße haben dabei rund 60 Cafeteria-Stühle bearbeitet. Darunter waren Teilnehmer der Fachoberschule, Fahrzeuglackierer, berufliche Gymnasiasten, Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik sowie Flüchtlinge, die zur Berufsorientierung mit Sprachförderung die Schule besuchen. Von Montag bis Donnerstag bearbeiteten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Sitzmöbel mit grün-türkisfarbener Kreidefarbe oder beklebten die Stühle mit kunterbunten Comicschnipseln.

So wie die 24-jährige Sarina Lowag und die 20 Jahre alte Tanja Löhrke, die beide eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik machen. Sie freuten sich über die sichtbaren Fortschritte bei der Bearbeitung des aus den 1970er-Jahren stammenden Mobiliars: „Man kann kreativ sein. Das ist schon schön“, finden die beiden jungen Frauen. Zum Abschluss der Projektwoche kamen die Berufsschüler mit ihren Lehrerinnen Norma Metag und Ute Gätje sowie Bürgerhausleiterin Antje Preuschoff im Bürgerhaus zum Frühstück zusammen. Dort saßen sie auf ihren frisch aufgearbeiteten Stühlen und konnten feststellen, wie ihre Arbeiten in der Praxis zum Einsatz kommen.

Antje Preuschoff bedankte sich bei den Schülern: „Die Stühle sehen klasse aus. Wir freuen uns, den Besuchern wieder schöne Sitzgelegenheiten bieten zu können“, sagte sie. Das Projekt sei exemplarisch dafür, wie aus der Region etwas für die Region geschaffen werden könne. Mit wenigen Mitteln könne ein großer Effekt in einem öffentlichen Gebäude erzeugt werden. Unterstützt wurde das Projekt durch die „Da nich‘ für!“-Initiative des Unternehmens Nehlsen, die 350 Euro für Arbeitsmaterialien spendete.